Für Familien und junge Menschen
Wenn es gerade schwer ist
Manchmal läuft es nicht rund. Es gibt viel Streit, Sorgen mit der Schule oder eine schwere Zeit. Dann kann das Jugendamt Ihnen eine Hilfe bewilligen. Wir sind einer der Anbieter, die diese Hilfe leisten – meistens bei Ihnen zu Hause.
Das Jugendamt hat uns vorgeschlagen?
Dann lernen wir uns bald kennen. Hier stehen die Antworten auf Fragen, die viele Familien am Anfang haben.
Wer kommt zu uns?
Eine feste Fachkraft – eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialpädagoge mit Berufserfahrung. Sie ist Ihre Ansprechperson und kennt Ihre Familie.
Wie geht es los?
Mit einem Aufnahmegespräch: Sie, das Jugendamt und wir – je nach Alter auch Ihr Kind – lernen uns kennen und vereinbaren, woran wir arbeiten und wie oft wir zu Ihnen kommen. Das wird kurz aufgeschrieben, alle unterschreiben, und Sie bekommen eine Kopie.
Wie oft und wie lange?
So oft und so lange, wie Ihre Familie es braucht – das wird im Aufnahmegespräch vereinbart und im Hilfeplan festgehalten. In den Hilfeplangesprächen wird es immer wieder überprüft und, wenn nötig, angepasst. Sie reden mit und entscheiden mit.
Was ist ein Hilfeplangespräch?
Sie, Ihr Kind, das Jugendamt und wir besprechen, was sich verändert hat, was schon erreicht ist und wie es weitergeht. Vorher bereiten wir Sie und Ihr Kind darauf vor, jeweils in einem eigenen Gespräch – damit Sie gut sagen können, was Ihnen wichtig ist. Das Ergebnis bekommen alle schriftlich.
Wo treffen wir uns?
Meistens bei Ihnen zu Hause – bei vielen Familien ausschließlich dort. Wenn es zu den Zielen passt, treffen wir uns auch in unseren Räumen in Oberriexingen, auf unserem Gelände an der Enz oder bei den Pferden.
Was erfährt das Jugendamt?
Was Sie uns erzählen, behandeln wir vertraulich – alle bei uns haben Schweigepflicht. Vor Hilfeplangesprächen oder bei wichtigen Veränderungen tauschen wir uns aus – und nehmen Sie dabei natürlich immer mit ins Boot. Einzige Ausnahme: Wenn wir uns ernsthafte Sorgen um das Wohl Ihres Kindes machen, müssen wir das Jugendamt informieren. Auch in so einem Fall suchen wir, wann immer möglich, vorher das Gespräch mit Ihnen.
Was kostet das?
Für Sie nichts. Die Hilfe bezahlt das Jugendamt.
Und wenn es nicht passt?
Sprechen Sie es an – bei Ihrer Fachkraft oder bei der Leitung. Wir suchen gemeinsam eine Lösung. Alle Wege stehen unter Beschwerde.
Was wir anbieten
Der Kern unserer Arbeit ist die Hilfe bei Ihnen zu Hause. Eine feste Ansprechperson besucht Sie im Alltag, hört Ihnen zu und unterstützt Sie – bei Fragen zur Erziehung, in schwierigen Phasen oder bei Terminen mit Ämtern und Schulen. Zusammen mit Ihnen und dem Jugendamt halten wir im Hilfeplan fest, was sich verändern soll und welche Ziele Ihnen wichtig sind. Wir setzen an dem an, was bei Ihnen bereits gut funktioniert, und entwickeln darauf aufbauend neue Lösungswege und überprüfen regelmäßig die Fortschritte, um nachhaltige Veränderungen im Familiensystem zu verankern.
Sozialpädagogische Familienhilfe
Für die ganze Familie – auch für Alleinerziehende und Pflegefamilien. Wir unterstützen Sie im Alltag und in Krisen.
Erziehungsbeistandschaft
Für ein Kind oder einen Jugendlichen. Eine feste Person begleitet sie oder ihn durch den Alltag. Schule, Freunde und Familie gehören dazu.
Hilfe für junge Erwachsene
Für junge Menschen bis 21 Jahre, auf dem Weg in ein eigenständiges Leben.
Gemeinsam Neues wagen
Auch für Ihre Kinder sind wir da. Bei uns geht es darum, wieder an sich zu glauben und Mut zu fassen – draußen in der Natur, mit unseren Tieren, in der Kreativwerkstatt und zusammen mit anderen Kindern. Was davon für Ihr Kind sinnvoll ist, vereinbaren wir mit Ihnen – nach den Zielen im Hilfeplan und danach, was zu Ihrem Kind passt.
In der Gruppe
Zusätzlich zur Familienhilfe oder Erziehungsbeistandschaft können Kinder und Jugendliche bei uns in kleinen Gruppen mitmachen. Dafür muss niemand etwas können: Wir kochen, werken und spielen zusammen. In diesem geschützten Rahmen probieren sie aus, wie man miteinander umgeht, mit Ärger und Streit zurechtkommt und Freundschaften schließt. Was wir in der Gruppe machen, richtet sich danach, was gerade ansteht und was die Kinder brauchen. Die nächsten Treffen planen wir gemeinsam mit ihnen – so erleben sie, dass ihre Meinung zählt.
Ob eine Gruppe passt, besprechen wir mit Ihnen: je nachdem, was Ihr Kind braucht, was ihm gerade schwerfällt und wie weit der Weg zu uns ist. Bei vielen Familien findet die Hilfe ganz zu Hause statt.
Selbst etwas schaffen
Wir setzen an dem an, was ein Kind schon kann, und lassen es selbst anpacken. So entstehen kleine und große Erfolgserlebnisse: Schon ein Lagerfeuer, das sie selbst entfacht haben, zeigt Kindern, was in ihnen steckt. Sie spüren ihren eigenen Wert und erleben: „Ich kann etwas bewirken.“
Zum Beispiel
Zu zweit mit der Fachkraft, mit der ganzen Familie oder in der Gruppe:
- Brettspiele, Wikingerschach und Bewegungsspiele
- Kochen und Plätzchen backen
- Grillen oder Stockbrot am Lagerfeuer
- Basteln zu Ostern und Weihnachten
- Kürbisschnitzen im Herbst
- Äpfel ernten und zu Saft pressen
- Honig entdeckeln, schleudern und abfüllen
- Ferngesteuerte Geländeautos
- Fußball in der Gruppe
Dabei geht es nie nur um die Sache: Beim Spielen üben Kinder, Regeln einzuhalten und auch mal zu verlieren. Beim Kochen planen sie, teilen ein und räumen hinterher auf. Und an den Bienen lernen sie, Verantwortung zu übernehmen.
So kommen Sie zu uns
Sie suchen selbst Unterstützung für Ihre Familie? Der Weg zu uns führt immer über das Jugendamt. Das klingt vielleicht erst einmal unangenehm. Aber das Jugendamt ist dafür da, Familien zu unterstützen – und es bezahlt die Hilfe.
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Sie melden sich beim Jugendamt
Sagen Sie dort, dass Sie Unterstützung möchten. Sie brauchen dafür kein Formular – ein Gespräch reicht für den Anfang.
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Gemeinsam wird ein Plan gemacht
Sie, Ihr Kind und das Jugendamt besprechen: Was soll besser werden? Das wird im Hilfeplan aufgeschrieben.
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Sie dürfen sich wünschen, wer hilft
Das Jugendamt fragt einen Anbieter an, der die Hilfe übernimmt – man sagt dazu „Träger“. Sie dürfen sagen, wen Sie sich wünschen (Wunsch- und Wahlrecht, § 5 SGB VIII). Wenn Sie zu uns möchten: Sagen Sie es Ihrem Jugendamt.
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Wir lernen uns kennen
Hat das Jugendamt die Hilfe bewilligt, melden wir uns bei Ihnen. Dann fangen wir an.
Für Kinder und Jugendliche
Das hier ist für dich
Jemand von uns soll dich begleiten? Hier steht, was das für dich heißt.
Was macht ihr mit mir?
Eine feste Person von uns trifft sich regelmäßig mit dir. Ihr redet, kümmert euch um Schule oder Ausbildung oder um Streit zu Hause – und manchmal macht ihr auch etwas zusammen, zum Beispiel spielen, kochen oder basteln.
Erzählt ihr alles weiter?
Nein. Was du uns erzählst, behandeln wir vertraulich. Was wir mit deinen Eltern oder dem Jugendamt besprechen, sprechen wir vorher mit dir ab. Nur wenn wir uns Sorgen machen, dass du in Gefahr bist, müssen wir etwas unternehmen – und sagen dir, was und warum.
Darf ich mitreden?
Ja. Im Hilfeplan steht, was sich verändern soll – und du sagst, was dir wichtig ist. Beim Gespräch mit dem Jugendamt bist du dabei. Vorher bereiten wir es mit dir vor, nur mit dir allein. Und bist du in einer Gruppe, plant ihr zusammen, was ihr beim nächsten Mal macht.
Und wenn mir etwas nicht passt?
Dann sag es – deiner Betreuerin oder deinem Betreuer, der Leitung oder dem Jugendamt. So kannst du dich beschweren.




